Freie? Szene?

Hitzige Diskussionen um „die freie Szene“ beginnen gleich im ersten Teil des Symposiums „Kuratoren von morgen – Lokalität heute“. Mit Beiträgen von jungen Münchner Kulturschaffenden und einer Diskussionsrunde mit den schon etablierten Künstlern Alexeij Sagerer und Anna Konjetzky zeigt sich die Stadt als Ort mit einer versteckten Off-Off-Szene (die womöglich gar nicht gewünscht ist und noch der Abgrenzung bedarf, oder vielleicht auch nicht?) und dem Bedürfnis, sich auszutauschen, was sich in jüngsten Kollektivgründungen (fake to pretend, CADAM) äußert. Aus diesen Zusammenschlüssen entstanden neue Strukturen, z.B. mit der Schauburg (Reihe „Eigenarten“), aber auch ein Forum des Austauschs, besonders angetrieben durch das Pathos Transport Theater. Nach Möglichkeiten zu suchen, das ist das Bestreben des Nachwuchses. Vielleicht kann ein freies Produktionshaus entstehen?

Alexeij Sagerer, Dietmar Lupfer, Anna Konjetzky

In den Diskussionen wird schnell klar, wie unmöglich (und vielleicht auch unsinnig) es ist, den Begriff „freie Szene“ zu bestimmen und stets das Schreckgespenst Institution zu beschwören. Das Kulturreferat hält sich im Hintergrund, ihr Credo: Die Künstlerförderung als kommunikativen Dialog begreifen. Dietmar Lupfer appelliert an den „Mut zur Parallelgesellschaft“ – künstlerische Praxis, die nicht immer integrativ sein muss.