Wortloser Homer

Kaum einen herrlicheren Abschluss hätte es beim Rodeo-Festival geben können: Sylvia Sobottkas „Die Freier“ in den Pathos Ateliers. Ein Abend, der so lockerleicht daherkommt wie die unzähligen Seifenblasen, die das coole Männerensemble in den Raum pustet. Kein Wort verlieren sie, die Geschichte erzählt sich aus ihren Bewegungen, eine beeindruckende Theaterchoreografie, die in Bann zieht. Sie laufen und springen drinnen und draußen, im Hinterhof des Pathos hängen sie in Containern und machen ihre Faxen, vertreiben sich die Zeit. Dazwischen der arme Sohn des Odysseus, mal im Spidermankostüm, dann im strengen Anzug, der erst verdrängt und geärgert, nach und nach in das Männerleben mit Muskelshirt und Jogginghose, Goldkettchen und erotischen Bildchen hineinwächst. Das Publikum beobachtet das Geschehen durch die Scheiben des Raums, wie in einem Film überlagern sich verschiedene Raum- und Zeitstrukturen. Selbst die Anwohner des Geländes vergessen kurz ihr Sonntagabendprogramm und blicken aus ihren Fenstern, kommen die Treppe heruntergelaufen, um den Show-Down in Cowboy-Manier zu verfolgen.

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